1930 - Gründungsversammlung des Reitervereins Straelen

Sonntag, den 16. Februar 1930 nachmittags 5 Uhr

Der Einladung "Zur Gründung eines Reitervereins für Straelen und Umgebung" laut Inserat der Nie-
derrheinischen Landeszeitung Geldern folgend, hatte sich eine stattliche Anzahl von Interessenten
im Lokale von Lom, Straelen, eingefunden. Die Versammlung wurde eröffnet von dem in der vorher-
gegangenen Besprechung im Wiesental gewählten 1. Vorsitzenden Herrn Ludwig van Schayck. In
kurzen Zügen schilderte Herr van Schayck Zweck und Ziele eines ländlichen Reitervereins. Heute,
da keine Dienstpflicht mehr besteht, gelte es, besonders für die jungen Landwirtssöhne, die keine
Gelegenheit hätten, sich in dieser Hinsicht besonders auszubilden, in einem Reiterverein sich zu-
sammenzuschließen. Hauptzweck eines solchen Vereins sei ja die Ertüchtigung der Jugend. Der
Reitsport sei ja der schönste ländliche Sport. Durch Reitübungen und Pferdepflege solle die Lust
und Liebe zum Pferd geweckt und gefördert, die jungen Leute sollen aber auch zu Ordnung, Ge-
horsam und Pünktlichkeit angehalten werden. Sämtliche Anwesende erklärten sodann ihren Bei-
tritt, und somit war die Gründung vollzogen.

Das Anmeldeergebnis war:                 24 aktive Reiter und 32 Ehrenmitglieder

Bei der nun folgenden Vorstandswahl wurde auf Vorschlag des Herrn Laurenz Erkens der proviso-
rische Vorstand wiedergewählt. Sodann wurden noch einige Ergänzungen vorgenommen, Es wur-
den folgende Herren gewählt:

1. Vorsitzender  Ludwig van Schayck
2. Vorsitzender               Alfons Kemper
Kassierer Tierarzt Schroeder
Schriftführer Arnold Brouwers
Beisitzer Matthias Derks, Karl van Schayck, Heinrich Gellen, Peter Wilders,
Heinrich Brüx, Hermann Klink, Heinrich Weghaus
Vertreter der
aktiven Reiter
Mathias Beeker

Als Ausbilder zur vorläufigen Abhaltung der Reitübungen meldeten sich Heinrich Gellen, Heinrich
Weghaus, Heinrich Cronenbergh, Gerhard Leenen, Hermann Klink, und Heinrich Brüx. Der Vorsit-
zende dankte diesen Herren, die sich freiwillig in den Dienst der guten Sache gestellt haben. Es
sollen 2 Reitabteilungen gebildet werden. Als Reitplatz soll die Kiesgrube Dahlheide in Aussicht
genommen werden.

Der Jahresbeitrag wurde für aktive Reiter auf 1,- RM, für Ehrenmitglieder auf 3,- RM festgesetzt.
Nach Aussprache über Sattelbeschaffung, Haftpflichtversicherung und sonstige interne Vereins-
angelegenheiten schloss der Vorsitzende mit dem Wunsche einer kräftigen Entwicklung des jun-
gen Vereins gegen 7 Uhr die Versammlung.

Somit begann das Schul- und Übungsreiten in einer Sandgrube in der Dahlheide, in der heute
nach Rekultivierung unser Reitgelände mit einem Sprunggarten und einer schönen Reithalle steht.
Für das Übungsreiten standen fast ausschließlich schwere Arbeitspferde zur Verfügung. Reitaus-
rüstung, Sattel, Zaumzeug usw. waren überwiegend aus Restbeständen der Heeresverwaltung be-
sorgt.